Türkei - Wunderland - Ein Reisebericht
Istanbul
In Ankara habe ich einen guten Freund besucht. Wir waren in der Innenstadt und haben dort sehr gut gegessen. Ankara ist eine moderne Industriestadt und hat bzgl. Tourismus nicht viel zu bieten. Dies war mein Eindruck. Allerdings waren wir nur eine Nacht dort, so dass ich nicht mehr darüber sagen kann.
Kappadokien war das Highligth unserer Reise. Das Wort „Märchenland“ fällt mir hierzu spontan ein. Wer gerne wandert, auf archäologische Entdeckung geht oder einmalige Fotomotive sucht, ist hier absolut richtig. Am besten nimmt man sich ein Zimmer im Ort „Göreme“. Man kann sogar in den in den Fels geschlagenen Höhlen, die zu Zimmern umgebaut wurden, übernachten. Von Göreme aus kann man viele Aktivitäten ohne Auto durchführen. Reiten, Wandern, Quad- und Ballonfahren gehören dazu. Eine Ballonfahrt muss ein unvergessliches Erlebnis sein. Leider haben wir dies ausgelassen. Jeden Morgen steigen dutzende Heißluftballons vollbesetzt mit Touristen in den Himmel.  Ein lohnendes Fotomotiv sowohl vom Boden aus als auch aus der Luft. Besonders gut hat mir das Wandern zwischen den manchmal bizarr anmutenden Felsformationen gefallen. Hier gibt es einiges zu entdecken. Viele Höhlen sind noch frei zugänglich und können erforscht werden. Aber es bleibt jedem selbst überlassen, wie weit man sich in den Fels hinein traut. Ein lohnendes Tagesausflugsziel von Göreme aus ist "Derinkuyu", die unterirdische Stadt (Unesco Kulturerbe). Leute mit Platzangst sollten aber einen großen Bogen darum machen. Die Höhlen dehnen sich über mehrere Kilometer unterirdisch aus. Oft wird es so eng, dass man nur noch in der Hocke weiterkommt. Auf alle Fälle ein unvergessliches Erlebnis.
Essen
Wer bei uns in Deutschland gerne türkisch essen geht, wird überrascht sein, wie viel besser das Essen in der Türkei selbst schmeckt. Das, was man bei uns häufig aufgewärmt als türkische Pizza serviert bekommt, wird in der Türkei fast immer frisch zubereitet, d.h. der Teig wird roh belegt und dann gebacken. Und das schmeckt man auch. Darüber hinaus bietet die Speisekarte vieles, das bei uns nicht bekannt ist. Für uns war der kulinarische Teil unserer Reise mit ein Höhepunkt. Wer gut und gerne isst, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Mein Tipp: Geht in die Restaurants, die vorwiegend von Einheimischen besucht werden. Das kostet oft ein wenig Überwindung, aber erfahrungsgemäß ist das Essen dort besser und günstiger. Falls die Bedienung dann kein deutsch oder englisch spricht, kann man sich immer noch mit  Hilfe der Zeichensprache verständigen.
Menschen
Antalya ist der Reiseort für den typischen Pauschaltouristen, der gerne den ganzen Tag am Strand verbringt. Wir hatten ein schönes Hotel in der Altstadt reserviert. Dort ist es auf alle Fälle deutlich netter, als in einer der großen Hotelanlagen außerhalb der Stadt. Die Stadt bietet sich als Ausgangspunkt für Erkundungen der näheren Umgebung an. Sehr erwähnenswert sind zwei archäologische Stätten, die mit dem Auto gut zu erreichen sind. Termessos und Phaselis (siehe weiter unten). Die Altstadt von Antalya lädt zu gemütlichen Spaziergängen ein. Es gibt eine Vielzahl an Restaurants und Souvenirläden, so dass für jeden Geschmack etwas dabei sein müsste. Es gibt aber nur einen Badestrand in der Altstadt, welcher aber sehr gepflegt ist. Aufgrund der exklusiven Lage sollte man recht früh dort eintreffen, um eine der begehrten Liegen ergattern zu können. Der Strand ist kostenpflichtig.
Phaselis ist eine nette archäologische Stätte, bei der man Kultur mit Badevergnügen verbinden kann. Die Ruinen liegen direkt am Meer. Gegen eine geringe Gebühr bekommt man Zugang. Zu sehen gibt es schöne Bodenmosaike und auch ein kleines Amphitheater. Auf alle Fälle ist es einen Tagesausflug mit anschließendem Badevergnügen wert.
2011 waren meine Frau und ich in der Türkei. Wir entschieden uns einen Teil dieses beeindruckenden Landes auf eigene Faust zu erkunden. Unsere Route führte von Istanbul nach Ankara und von dort aus nach Kappadokien. Den Endpunkt unserer Reise markierte Antalya. Auf dieser Route kommt es einem vor, als würde man durch mehrere Länder reisen. Die Landschaft ist an Abwechslung kaum zu überbieten. Das gilt aber auch für die Infrastruktur. Die Straßen werden, je weiter man sich von Istanbul entfernt, immer einfacher und, zumindest für uns Nordeuropäer, abenteuerlicher. Wer wie ich in Deutschland lebt und hier groß geworden ist, der wird in der Türkei einen wirklich unvergesslichen Abenteuerurlaub erleben. Und dies im positiven Sinne.
Hier befindet man sich in einer Megastadt, die viel Kultur zu bieten hat. Im Gegensatz zu modernen Megastädten kann man in Istanbul Geschichte physisch erleben. Die vielen alten Gebäude, Stadtteile, Moscheen und Kirchen tragen zu einem ganz besonderen Flair bei. Diese Stadt schläft nie, das Leben pulsiert ständig. Es ist sehr hektisch und laut. Leicht kann einem dabei schwindlig werden, da man so etwas als Nordeuropäer nicht gewohnt ist. Selbst Berlin wirkt im Vergleich dazu gemütlich. Jedenfalls entspricht dies dem Eindruck, der bei mir von dieser Stadt geblieben ist.
Ankara
Die vergessenen Stadt in den Bergen. Ein besonderer Ort ist Termessos allemal. Man fühlt sich fast wie Indiana Jones, während man die alten Ruinen erkundet. Dieses archäologische Gebiet ist ziemlich groß. Höhepunkt ist ein großes, gut erhaltenes Amphitheater. Außerdem befindet sich dort das Grab von Alcetas,  der ein General von Alexander dem Großen war.
Kappadokien (Göreme)
Antalya
Phaselis
Termessos
Ich muss sagen, dass wir durchweg positive Erfahrungen mit den Menschen dort gemacht haben. Wir wurden nicht ausgeraubt und auch nicht übers Ohr gehauen. Alle Leute, egal ob Souvenierhändler, Hotelangstellte, Kellner etc. waren ehrlich und nett zu uns. Einen Tipp bzgl. der Händler habe ich für all jene, die sich durch die aufdringliche Art der Souvenierhändler belästigt fühlen: In der Türkei ist es üblich Augenkontakt mit dem Verkäufer herzustellen, wenn man Interesse an dessen Waren hat. Möchte man also nicht ständig angesprochen werden, so muss man einfach nur den Augenkontakt vermeiden. Ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich darauf gekommen bin. Jedoch bin ich von da an so gut wie nicht mehr ungewollt angesprochen worden.
Wer gut und günstig reisen möchte, sollte mit dem Bus fahren. Wir benutzten den Bus, um von Istanbul nach Ankara zu gelangen. Damals zahlten wir für diese Fahrt umgerechnet 15 Euro pro Person. In Istanbul befindet sich einer der weltweit größten Busbahnhöfe überhaupt. Das Fernbusnetz der Türkei ist sehr gut ausgebaut. Fast jede Stadt innerhalb der Türkei ist mit dem Bus erreichbar. Beeindruckend fand ich, dass vom Busbahnhof in Istanbul auch ferne Ziele wie z.B. Moskau, Teheran etc. angefahren werden.
Busfahrten
Hier noch einige Fotos von dieser Reise
Autofahren
Wer aus Deutschland kommt und dort das Autofahren gelernt hat, wird in der Türkei anfangs Schwierigkeiten haben, sich an den Autofahrstil vorort zu gewöhnen.
Sicherheit
Als wir 2011 das Land bereisten, war das Thema Sicherheit nicht so negativ belastet, wie das heute (2018) der Fall ist. Wir fühlten uns während der gesamten Reise nie unwohl oder unsicher. Auffällig in Istanbul waren dennoch die Kontrollen vor Einkaufszentren, Museen etc. Hier musste man oft an den Eingängen durch Metalldetektoren gehen. Das war dann aber schon alles. Heute ist die Lage offensichtlich eine andere. Die Kriege an den Grenzen der Türkei sorgen für eine angespannte Sicherheitslage im Land. Dennoch denke ich, dass in unseren Medien speziell bezogen auf die Türkei deutlich übertrieben wird, wenn es um die Situation in dem Land geht. Dies ist aber meine persönliche Meinung zu diesem Thema. Mein Tipp an dieser Stelle ist, sich von den Grenzregionen zu Syrien, Irak und dem Iran fern zu halten, da dies schon immer ein Hotspot für diverse kriminelle Menschen war und ist. Außerdem ist hier die Gefahr am größten, potentiellen Übergriffen gegenüber Touristen zum Opfer zu fallen. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt (2018). Die Internetseite des Auswärtigen Amts (Reisewarnungen) bietet hier gute Informationen, die ich auch immer bemühe, wenn ich mich auf Reisen begebe. Ansonsten gilt dasselbe wie überall. Man kann sich durch richtiges Verhalten viel Ärger ersparen, d.h. keine Wertgegenstände offen im Auto liegen lassen. Das gilt auch für Hotelzimmer. Reisepass, Geld etc. immer dicht am Körper tragen. Am besten in den Innentaschen der Jacken oder in einem speziellen Geldgürtel. Rucksäcke sind absolut ungeeignet, um darin Wertgegenstände zu transportieren. Bei den vielen Reisen, die meine Frau und ich unternommen haben, wurden wir noch nie bestohlen oder ausgeraubt. Die aufgezählten Tipps haben uns bisher immer vor negativen Urlaubserfahrungen bewahrt.
Archäologische Stätten
Die Türkei hat viel Kultur aus vergangenen Tagen zu bieten. Mich haben bei den Ausgrabungsstätten, die wir besuchten, die fehlenden Absperrungen erstaunt. Die Gebiete und Ruinen waren komplett frei zugänglich. Zum Teil ist dies leider für die Erhaltung dieses Kulturerbes nicht von Vorteil. Z.B. hat es mich gewundert, dass geführte Touristengruppen einfach über uralte Mosaike stiefelten, obwohl sie von erfahrenen Guides begleitet wurden. Diese hatten wohl kein Problem damit. Ich denke, es sollte selbstverständlich sein, dass man Kulturgut so behandelt, dass auch die nächsten Generationen etwas davon haben. Daher mein Appell an dieser Stelle: Bitte geht verantwortungsvoll mit den alten Schätzen vorort um. Es ist schade, dass man Absperrungen braucht, da einige Egoisten kein Gefühl für die Erhaltung von Kultur haben.
Ich habe ein paar Tage gebraucht, um einigermaßen entspannt hinter dem Lenkrad zu sitzen. Grundsätzlich ist das Autofahren in der Türkei deutlich gefährlicher als in Deutschland. Die Straßen sind oft in einem sehr schlechten Zustand. Plötzlich auftauchende Löcher im Asphalt sind keine Seltenheit. Auch sind immer wieder Tiere auf der Fahrbahn oder Fahrzeuge fahren in falscher Richtung (vor allem Traktoren). Von Nachtfahrten rate ich aufgrund der genannten Gefahren ab. Die Autofahrer halten sich nicht so streng an die Verkehrsregeln, wie dies in Deutschland der Fall ist. Wer also mit dem Auto unterwegs ist, sollte gute Nerven haben und jederzeit wachsam bleiben.

by Tomi K.
ToKoFoto.de