Folgende Punkte helfen dabei richtig scharfe Bilder zu schießen. Die Punkte sind nach Relevanz geordnet. Ganz oben stehen also diejenigen Punkte, auf die man unbedingt achten sollte.
-Den Autofokus richtig nutzen und verstehen
Die meisten Fotografen verlassen sich auf den Autofokus ihrer Kamera. Dabei ist es wichtig zu wissen, auf welches Objekt (Bildebene) die Kamera gerade fokussiert hat. Alle heutigen Digitalkameras zeigen dies im Display oder Sucher an. Viele Leute sind sich dessen aber nicht bewusst. Ein rechteckiger Rahmen zeigt an, worauf die Kamera gerade scharf stellt. Alles außerhalb dieser Bildebene ist nicht im Fokus und wird daher nicht scharf abgebildet. Wenn man also z.B. Menschen fotografiert, dann sollte man auch sicher stellen  dass auf deren Gesicht fokussiert wird.
-Kurze Verschlusszeit einstellen
Wird ohne Stativ gearbeitet, ist eine möglichst kurze Verschlusszeit zu wählen. Im Automatikmodus versucht die Kamera automatisch eine verträgliche kurze Verschlusszeit einzustellen. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass diese oft nicht kurz genug ist. Daher empfiehlt es sich eine noch kürzere Verschlusszeit einzustellen. Als Faustformel gilt hier die altbewährte Regel: „Verschlusszeit = Kehrwert der verwendeten Brennweite“. Also wäre bei einem 300mm Objektiv die mindestens einzustellende Verschlusszeit 1/300 Sekunde. Kürzer ist natürlich besser.
-Die richtige Blende wählen
Mit der Wahl der Blende beeinflusst man die Schärfentiefe. Je weiter die Schärfentiefe, desto mehr wird vor bzw. hinter der Fokussierebene scharf abgebildet. Die Schärfentiefe ist indirekt proportional zur Blendengröße, d.h. mit zunehmend kleiner werdender Blendenöffnungsgröße nimmt die Schärfentiefe zu. Wer möglichst viel auf einem Foto scharf abgebildet haben will, wählt demnach eine möglichst kleine Blende (Blendenöffnung). (Achtung! Kleine Blendenzahl bedeutet große Blendenöffnung und umgekehrt)
Zu beachten wäre an dieser Stelle noch, dass ab einer bestimmten Blendengröße physikalische Ursachen dafür verantwortlich sind, dass die Bildschärfe gesamtheitlich (nicht die Schärfentiefe) wieder etwas abnimmt. Dies geschieht objektivabhängig etwa ab Blende 13. Daher sollte man nach Möglichkeit Blendenzahlen größer als 13 vermeiden, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erhalten. Als Daumenwert kann man zusammenfassend sagen, dass man ein optimales Ergebnis bzgl. Schärfe bei Blendenzahlen zwischen 5.6 und 13 erhält.
-Verträgliche ISO-Werte sowie geringe Rauschunterdrückung wählen
Je höher der verwendete ISO-Wert, desto schlechter die Bildqualität. Dies wirkt sich insbesondere in Kombination mit der Rauschunterdrückung negativ auf die Bildschärfe aus. Das Bildrauschen wird kameraintern durch „Verschmieren“ reduziert. Die Folge sind Detail- und Schärfenreduktion. Hier schreitet allerdings die Technik schnell voran. Heute sind hinsichtlich Bildqualität ISO-Werte von bis zu 3200 bei APS-C Sensoren durchaus verwendbar. Bei Vollformatsensoren sogar bis ISO6400. Die Kameras werden mit jedem Modellwechsel in dieser Disziplin weiter verbessert.
-Ein Stativ verwenden
Für Langzeitbelichtungen ist ein Stativ unerlässlich. Allerdings verlieren Stative immer mehr an Bedeutung, da die heutigen Kameras eine sehr gute Bildqualität, auch bei höheren ISO-Werten, liefern. Dies ist natürlich in erster Linie von der Sensorgröße abhängig. Je größer der Bildsensor, desto besser die Bildqualtiät bei höheren ISO-Werten. Ich persönlich verwende Stative nur noch bei speziellen Nachtaufnahmen oder für Langzeitbelichtungen.
-Selbst- oder Fernauslöser verwenden
Um ein Verwackeln der Aufnahme durch den Druck auf den Auslöser zu verhindern, bietet sich der Selbstauslöser an. Natürlich macht dies nur dann Sinn, wenn die Kamera auf ein Stativ geschraubt ist oder auf etwas ruht.
-Spiegelvorauslösung (bei DSLR-Kameras)
Für bestimmte Situationen kann die Spiegelvorauslösung einen Vorteil bringen. Mir fällt hier speziell die Makrofotografie ein. Da hier die Schärfentiefe extrem gering ist, kann schon die geringste Bewegung der Kamera zu unscharfen Ergebnissen führen. Bei Landschaftsaufnahmen oder Langzeitbelichtungen kann aber getrost darauf verzichtet werden.

by Tomi K.
ToKoFoto.de