Die längste LKW-Kolonne, die ich je gesehen habe, stand bei der bulgarisch-türkischen Grenze. Ich habe die LKW´s nicht gezählt, aber es müssen über 100 gewesen sein.
Land und Leute:
Grundsätzlich waren alle Leute (bis auf sehr wenige Ausnahmen) freundlich. Als Motorradfahrer kommt man in fernen Ländern schnell mit den Einheimischen ins Gespräch und trifft auf große Hilfsbereitschaft und Interesse.
In vielen der von uns bereisten Ländern gibt es immer noch große Armut und sehr starke Gegensätze. So kann es schon vorkommen, dass in größeren Städten an einer Ampel ein Pferdefuhrwerk neben einem Porsche Cayenne steht und auf Grün wartet. Uns, die wir in den westlichen Industieländern leben, sehen die Menschen dort als sehr wohlhabend an (was wir auch sind). Die wenigsten Leute, die dort leben, könnten sich eine solche Reise leisten. Dies sollte man nicht vergessen.
Landschaftlich gesehen, war die Reise sehr abwechslungsreich. Dennoch haben wir wohl aufgrund der knappen Zeit einiges Sehenswertes verpasst. Einige Eindrücke könnt Ihr anhand der Fotos sehen. Spontan fallen mir folgende Landschaftsbilder, welche sich besonders bei mir eingeprägt haben, ein:
Die fast menschenleere, dreispurige Autobahn, welche ab der türkisch-bulgarischen Grenze Richtung Istanbul führt. Wir fuhren dieses Stück in der Dämmerung und hinter uns schien die Welt zusammenzubrechen, da wirklich bedrohlich dunkle Wolken in unsere Richtung zogen.
Die abwechslungsreiche Landschaft nach der türkisch-griechischen Grenze, wo wir fast von einem Richtung Meer wehenden Sturm von den Motorrädern gefegt worden sind.
Natürlich Istanbul, die Megastadt. Es war ein Abenteuer mit den Motorrädern auf der 4-6 spurigen Autobahn, welche  quasi durch die Stadt führt, zu fahren. Man muss höllisch aufpassen, damit man nicht im Straßengraben landet.
Die grandiose Berglandschaft, welche man auf der fast menschenleeren Autobahn Albaniens, von der Grenze (Kosovo-Albanien) aus Richtung Adria durchquert.
Die Küstenstrasse der Adria, welche quasi von Albanien bis nach Triest reicht. Immer am kristallklarem Wasser entlang zu fahren war Belohnung für die Strapazen der Tour.
Das Delta am Fluss Neretva in Koratien. Hier ergiesst sich die Neretva in die Adria. Von einer Anhöhe kommend  kann man das gesamte Delta überblicken.
Das letzte Stück Strecke in Serbien Richtung bulgarische Grenze. Die Autobahn geht zu Ende und man fährt auf einer Landstrasse durch durchbohrte Felsen und malerische Schluchten.
Dubrovnik, die Perle der Adria. Man kommt auch von einer Anhöhe Richtung Stadt und kann die gesammte Stadt überblicken.
Der Fjord bei Kotor in Montenegro. Man fährt entlang malerischer Steinhausdörfer um den gesamten Fjord, am Wasser entlang herum.
Oft denke ich auch an die abenteuerlichen "Autobahnen" mit riesen Schlaglöchern, Vieh- und Schafherden neben und auf der Fahrbahn und Fahrzeugen die in der falschen Richtung unterwegs sind.

by Tomi K.
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