Ein schwieriges Thema. Wenn wir das genau wüssten, dann würden alle Fotografen solche Fotos machen. Was ich allerdings bisher gelernt habe, ist, dass technische Perfektion überhaupt nicht entscheidend dafür ist. All jene, die sich um RAW, Objektivqualität, Pixelanzahl, Dynamikumfang etc. Gedanken machen, sind eindeutig auf dem Holzweg! Wenn man sich die bedeutendsten Fotografien der letzten 100 Jahre anshieht, wird diese Tatsache jedem offensichtlich.  Technisch perfekte Fotos machen sich als Motive für Kalender ganz gut, aber großartig oder von Bedeutung sind sie deswegen noch lange nicht. Vielmehr ist es oft ein bewegender Moment, der festgehalten wurde oder ein einzigartiges Ereignis. Etwas, dass nur einmal in zig Jahren vorkommt. Das kann alles Mögliche sein. Auch Dinge, die in einer noch nie dargewesenen Art und Weise gezeigt werden. Sehr oft sind es Fotos von menschlichen Schicksalen, die uns bewegen. Es kann aber auch ein ganz besonderes Licht sein oder ein Detail, das gezeigt wird und normalerweise nie auffällt.
Das Buch von Jay Maisel "Light-Color and Gesture", einem der renomiertesten Fotografen unserer Zeit, macht dies z.B. deutlich. Der technikverliebte Fotograf fragt sich beim Anblick seiner Fotos, was denn da so besonders sein soll. Es sind eben die genannten Dinge, die ein Foto zu etwas Besonderem machen. Seine Werke werden nicht umsonst zu horrenden Preisen verkauft. Kalender hingegen, mit technisch perfekten Aufnahmen von Landschaften, Tieren, Autos etc. gibt es wie Sand am Meer. Viele Fotografen brauchen lange, um dies zu erkennen.
Was macht ein großartiges Foto aus?
Solche Bilder gelingen auch Top-Fotografen nur selten. Man muss dafür einen Blick entwickeln, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und Glück haben. Und viele viele Fotos schießen. Auch jemand, der gar keine Ahnung von Fototechnik hat, kann solche Aufnahmen machen. Viele erfolgreiche Fotografen behaupten von sich kaum Ahnung von Fototechnik haben.

by Tomi K.
ToKoFoto.de